paperfile #8

9. Juni 2012 - 7. Juli 2012

Stephan Baumkötter Köln | Eva Bernhard Berlin | Claus Goedicke Berlin | Katharina Hohmann Genf | Gisela Kleinlein Berlin | Manfred Miersch Berlin | Anja Claudia Pentrop Berlin | Carol Pilars de Pilar Düsseldorf | Hansjörg Schneider Berlin | Shinkichi Tajiri *1923 Los Angeles / † 2009 Barlo | Katrin von Lehmann Berlin | Elisabeth Vary Köln

Elisabeth Varys grandiose Blätter von starker, farblicher Intensität. ...„Aus der Tiefe schimmern die vielen Farbüberlagerungen, zeigen sich glänzend wie matt,grenzen sich selten voreinander ab, wildern stattdessen bei der Nachbarfarbe, sind Ergebnis gesteuerten Fließens.“... Auf andere Weise vielschichtig - dieArchitekturcuts spacehopper von Hansjörg Schneider, die trotz klarer Kanten irrationale, nicht lineare Räume öffnen. Leicht und filigran entwickeln die Blättervon Stephan Baumkötter eine ebenso stille wie intensive bildliche Atmosphäre. Farbige Kreidespuren, zentriert als Häufung oder über das ganze Blatt verteilt,die in ihrer zarten Beiläufigkeit an versehentliche Abnutzungsspuren erinnern. Katharina Hohmann zeichnet entschieden, segmentierend und fast kindlich direkt|mit Buntstift farbige Ort-Situationen, die Lebensthemen wie Wohnen, Zelte, Kleider variieren. Ihren kommunikativen Alltag greift Anja Claudia Pentrop auf, eine Zeichensprache voll von Icons und Emblemen. Sie selbst sagt zu ihrer Arbeit: „Ironie, Sarkasmus und Humor sind für mich wichtig, um auf der Überholspur desheutigen gesellschaftlichen Lebens kleinere und größere Vollbremsungen hinzulegen und Leistungsdruck und Tempo standzuhalten.“ Claus Goedicke reflektiertebenso den Alltag. Mit den Portraits von nüchtern und unverändert in Szene gesetzten Gebrauchsgegenständen stellt er diese in traumklarer Schärfe in denMittelpunkt. Nicht nur als Sachaufnahme aufgefasst sind die Fotografien auch im historischen Kontext des Stilllebens lesbar. Katrin von Lehman verflicht denfotografierten (Augen)blick mehrfach mit sich selbst zu massiven Materialobjekten. Carol Pilars de Pilar greift nach dem präzisen Moment durch mit der Handgezogene, fast materiefreie Linien, durch die Silhouette, die einen Charakter umschreibt. Eva Bernhard imaginiert das Betrachten ihres Zeichnungszyklus DIE SAMMLUNG (p.o. 1 – 6) von 2012 bei paperfile in einer surrealen Verschränkung von Wirklichkeiten. Auch Manfred Mierschs faltbare Baupläne spielenmit dem Gedanken einer künftigen Wirklichkeit – wie wird die musterhafte Farbfeldcollage in nutzbaren Raum um gesetzt? Dagegen losgelöst von jeglicher Abbildhaftigkeit spielt Gisela Kleinlein im Bildraum mit Farbe und Form, und lässt dabei auch dem Material seinen Willen. Shinkichi Tajiri war Teilnehmer derdocumenta II (1959), der documenta III (1964) und auch der 4. documenta im Jahr 1968 in Kassel.1969 erhielt Tajiri die Berufung auf eine Professur an derHochschule für Bildende Künste in Berlin.Tajiri beschäftigte sich ständig mit der Weiterentwicklung und dem Experimentieren mit verschiedenen Techniken. Inder Fotografie hat er die Daguerreotypie wiederentdeckt. Er hat ein eigenes Offset-Druck-Verfahren namens „X-Press“ entwickelt und begann zuletzt auch mitComputer-Zeichnungen zu experimentieren.
Gisela Kleinlein Carol Pilars de Pilar Katharina Hohmann Elisabeth VaryHansjörg

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