VEHICULA

Bewegliche Installation, fahrbares Gestell, unnützes Gerät

Eine Ausstellung von Katharina Hohmann
und eine Fotoserie von Olga Hohmann

30.06.-21.07. 2013

In dem ersten Raum stehen 50 Rollhunde, mit deren Hilfe üblicherweise Möbel verrückt werden. Katharina Hohmann hat sie in der Installation Vehicula übereinander gestapelt und nebeneinander arrangiert. Auf manchen stehen mit Wasser gefüllte Eimer, liegen gefaltete Umzugsdecken oder flache, kreisrunde Spiegel. Entgegen ihrer ursprünglichen Funktion zwingt sie der Balanceakt in eine absolute Starre. Bei der kleinsten Bewegung droht das Wasser im Eimer überzulaufen, der Turm zu zerfallen. Bewegung ist impliziert, doch gleichzeitig unmöglich. Parallel dazu evozieren die übereinander gestapelten Rollhunde die Vorstellung unterschiedlich hoch aufwachsender Architekturen. Besonders wirkungsvoll ist in dieser Hinsicht die „Säule“ die man zu sehen meint, wenn in der Mitte auf jedem der übereinander gestapelten Hunde ein Spiegel liegt. 
An der Wand ergeben neun Blatt schwarz-weißer Fototapete ein ungewöhnliches Stadtportrait: die Künstlerin hat in verschiedenen Großstädten (hier: London) das von Kaugummi übersähte Straßenpflaster fotografiert. Horizontal und vertikal gespiegelt ergeben sich geheimnisvolle abstrakte Bilder,  die teilweise sogar kosmische Assoziationen erlauben und den Betrachter an die Sternenbilder von Thomas Ruff erinnern.

Die zarten, kleinformatigen Fotos von Olga Hohmann sind alle in dem von Le Corbusier gebauten Kloster Sainte-Marie de La Tourette bei Lyon (1956-60) entstanden. Sie zeigen nur Ausschnitte des berühmten Gebäudes, dessen klare Architektursprache außerdem durch farbliche Überlagerungen konterkariert wird.

Im zweiten Raum steht Melancolia, eine Gruppe von drei etwa mannshohen Metallständern mit ausladenden Armen. Sie wirken fast wie Garderobenständer, die mit Seilen und Kordeln behangen sind. Ihre „Schlaffheit“ steht den perfekten Kreisen von Hoola Loop entgegen. Hier sind bemalte Ringe aus Metall in unterschiedlichen Größen an einem Haken aufgehängt. Der spielerische Bezug zum Hula Hoop ist gewollt und lädt dazu ein, in Gedanken, die Ringe zu variieren und neu zu sortieren/arrangieren.

Elke Giffeler

 

Raum 1
1. Wallpaper „London“, 2013, Fototapete
2. Vehicula, 2012, 50 gebrauchte Möbelhunde, Holzplatten, Spiegel, Holzimitat PVC, Filzklebepunkte, Umzugsdecken, Eimer, Kanister, Acrylfarbe
3. o.T. (La Tourette), 2012, 5 Fotografien, gerahmt

Raum 2
4. Melancolia, 2012, drei Metallständer, Seile und Kordeln, in Plastik gefasste Spiegel
5. Hoola Loop, 2013, bemalte Metallringe, Haken

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