memories are made of this

„Spuren in die Zukunft legen“ hieß seinerzeit das Motto Weimars für die kulturellen Aktivitäten anlässlich seiner Ernennung zur „Kulturstadt Europas 1999“.
Spuren legen, heißt Möglichkeiten zum Fährtenlesen, zur Lektüre schaffen. Spuren geben einem die Möglichkeit, zu sehen, wo andere gegangen sind, damit man selbst entscheiden kann, ob man diesen Einmannpfaden folgt oder andere Wege einschlägt, immer im Bewusstsein, dass jede Spur einzigartig ist, dass kein Fuß je vollkommen in die Spur des Vorgängers passen wird und dass man schon, indem man einer Spur folgt, dieselbe verändert, weil man neue Fußstapfen hinzufügt.

Als die zur Teilnahme am Projekt „outstep“ und den dazu gehörigen Ausstellungen mit dem Titel „Memories are made of this...“ in Weimar und Modena eingeladenen Künstler begannen, ihre Ideen zu entwickeln, war ein anderer Aspekt dieses Mottos vielleicht noch wichtiger: Die Verknüpfung von Zeit und Raum. Schloss Ettersburg wie die Kirche San Paolo tragen zahlreiche Spuren der eigenen Vergangenheit, es sind aber Räume, die nicht mehr so genutzt werden, wie die Bauherren es einst planten. Wie geht man mit Orten um, die ihrer ursprünglichen Funktion beraubt sind, die aber geradezu von ihrer Geschichte durchtränkt erscheinen?

top