Lüster für die Villa D.

Glaskugellampen, Holz, Glühbirnen, Rüttelmechanismus
Elektronik: Albrecht Pecker
2007

Ausstellungsbeitrag zu:
Hotel van de Velde.
Ortsbezogenen Installationen im Palais Dürckheim, Weimar.
30. März bis 15. April 2007

Hotel van de Velde

 

 

"Beim Betreten eines über eine kleine Treppe erreichbaren Raumes, der früher als geheimes Besprechungszimmer diente, steht der Ausstellungsbesucher unvermittelt vor einem riesigen, tief herabhängenden Leuchter. Seine Größe und Helligkeit wirken in dem kleinen Raum bizarr und erschreckend.
Der symmetrische, in drei Etagen gegliederte Leuchter setzt sich als Montagearbeit aus einer Vielzahl gewöhnlicher Glasleuchterkugeln zusammen, die zu einem großen Teil aus DDR-Provenienz stammen. Von Zeit zu Zeit wird die Konstruktion über einen unsichtbaren Mechanismus in Schwingung versetzt und die Glasteile stoßen klirrend aneinander. Die hybride Form dieses bewegten Lüsters weckt Assoziationen mit dem historischen Erbe der Villa ...

... Etwas von den kulturell disparaten Phasen, welche die Villa Dürckheim seit ihrer Erbauung geprägt haben, verkörpert sich in der Zwangsverbindung von Repräsentationscharakter und billiger Massenästhetik. Dass dieser dissonante Zusammenklang den Leuchter in Aufruhr versetzt, wundert nicht. In dem unregelmäßig auftretenden Spuk scheinen sich die chronischen Verspannungen gewissermaßen psychokinetisch zu entladen."

Thomas von Taschitzki


Textauszug aus dem Ausstellungskatalog:
HOTEL VAN DE VELDE.
Oktober 2007 im Max Stein Verlag, Weimar

 

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