24 HOURS

24 hours

Mark Kubitzke und Achim Kobe

2.11. bis 1.12.2019
SchauFenster, Raum für Kunst, Lobeckstr.30 -35, 10969 Berlin
www.dasarty.com

Die Ausstellung würdigt das malerische Werk des 2011 im Alter von 51 Jahren verstorbenen Künstlers Mark Kubitzke. Inszeniert wird die Ausstellung von Achim Kobe, der eine gemeinsame Zeit mit Mark zu Beginn des Studiums an der HdK Berlin und mit ihm befreundet war.

Gezeigt werden vier größere Gemälde aus verschiedene Schaffensphasen von Mark, präsentiert auf eigens für die Ausstellung gestalteten, farbigen Wandarbeiten von Achim. (Achim Kobe)


Chat Linder 

Was bedeutet das, das Zeigen eines Werkes post mortem?

Für heute habe ich mir, ohne zu fotografieren gemerkt, Szenen in Afrika, eventuell sogar er in Afrika mit Kind, Palmen, vielleicht in Miami, Spuren, Spuren, Spuren von Autoreifen, überhaupt spielen Autos eine große Rolle, aber auch eine verletzte Hand und sexy Frauen und viel Farbe und Tulpen und überhaupt das pralle freie Leben. Ich stelle ihn mir als jemanden vor mit Humor, einem Humor, der schonmal in Zynismus abrutschen konnte. Und das alles dann präsentiert auf den zurück genommen schlichten Flächen von Achim Kobe, die wie eine Extension seiner Motive sind mit anderen Mitteln. Kobe, für Formreduktion und interventionistische Aneignung von Wänden und Flächen bekannt, nimmt hier die Strukturen und Farben des gekachelten Bodens auf und setzt sie in der Vertikalen fort. Daraus entstehen vier beinah monochrome Bühnen, auf denen sich Kubitzkes städtische Szenerien lebendig entfalten können. Der Formalist erreicht technoide Präzision mit manueller Technik. Die sachlich nüchterne Monotonie paralleler Linien gerät je nach Abstand ins Flimmern oder beginnt zu vibrieren und sich an manchen Stellen in die Dreidimensionalität auszudehnen. Unregelmäßigkeiten in der Beschaffenheit des Untergrundes beim Herstellen dieser ca. 15qm großen Flächen, die leichtunterschiedliche Überlagerung der Farbtöne und die Übergänge zwischen den Papierbahnen verursachen jeweils verschiedene optische Effekte. Minimale Abweichungen innerhalb der Monotonie potenzieren sich so zu unberechenbaren Täuschungen, die den ersten Eindruck, es könne sich um gedruckte Tapeten handeln, verwerfen. Diese stoisch-ruhige Arbeitsweise ist dem Vorgehen Mark Kubitzkes diametral entgegengesetzt. Als Streetphotographer umherstreunend, rastlos auf der Suche nach Motiven und dem eigentlichen Leben, beutet er seine Eindrücke im Atelier aus und bringt sie in spontan lockerer oder auch mal verquast gebastelter Manier, gern noch ergänzt von allerlei Assemblagen-Material, auf die Leinwand. Auf jeder der vier Kobe-Flächen hängt jeweils ein größerer Kubitzke, von links nach rechts aus einer 80er-Jahre Abstraktion immer figürlicher werdend. Samstagnachmittags hat man Gelegenheit sich zu günstigen Konditionen aus einem riesigen Fundus eine Fotografie oder Collage auszuwählen. Außerdem liegen die aufregenden Reiseabenteuer vor, die von Ulf Erdmann Ziegler in handlicher Reclam-Anmutung nach verqualmt-versoffenen Abenden dankenswerterweise auch dem Rest der Welt zugänglich gemacht worden sind.

24 hours, rund um die Uhr darf im Monat November die Malerei des 2011 verstorbenen Mark Kubitzke in der Raumgestaltung von Achim Kobe besichtigt werden. Kuratiert von Katharina Hohmann.

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