Bauhausfrauen

Bauhausfrauen

Lehrerinnen und Absolventinnen der Bauhaus-Universität Weimar
Kunsthalle Erfurt

Ausstellung vom 18.4.2019 bis zum 14.7.2019
Kuratiert von Kai-Uwe Schierz und Susanne Knorr


Liz Bachhuber, Danica Dakic, Nicole Degenhardt, Elfi E. Fröhlich, Nadine Göpfert, Jana Gunstheimer, Christiane Haase, Heike Hanada, Christine Hill, Katharina Hohmann, Franziska und Sophia Hoffmann, Indra Kupferschmid, Verena Kyselka, Meike Langer, Carina Linge, Ricarda Löser, Nina Lundström, Barbara Nemitz, Nina Röder, Naomi Tereza Salmon, Tonia Schmitz, Theresa Schubert, Anke Stiller, Laura Straßer, Maria Vill, Leonie Weber, Karen Weinert, Rosmarie Weinlich, Nadine Wottke, Lusha Ye.

https://kunstmuseen.erfurt.de/km/de/service/aktuelles/ausstellungen/2019/131280.html#slot_100_0

Was für begabte Frauen am Bauhaus der Weimarer Republik oft nur gegen Widerstände möglich schien, ihre Formierung als selbstbestimmte, ästhetisch und ökonomisch eigenständige weibliche Persönlichkeiten, als Formgestalterinnen und freie Künstlerinnen, das ist heute Programm der modernen, geschlechtergerechten Ausbildung an der Bauhaus-Universität Weimar, der Kunsthochschule des Freistaats Thüringen. Auch den Absolventinnen sollte es unter den sozioökonomischen Rahmenbedingungen in Deutschland leichter fallen als den historischen Bauhäuslerinnen, ihre eigenen Visionen von der Selbstverwirklichung durch künstlerische und gestalterische Betätigung in eine nachhaltige Praxis zu überführen, oder?

Um dieser Frage nachzugehen, wurden dreißig künstlerische Positionen ausgewählt, schwerpunktmäßig aus dem Studiengang Freie Kunst der Fakultät Gestaltung, die heute als Fakultät Kunst und Gestaltung auch den Studiengang Medienkunst/Mediengestaltung umfasst, geschaffen von Professorinnen, Dozentinnen, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Absolventinnen der Bauhaus-Universität Weimar, um sie in einer Ausstellung zu präsentieren. Hier steht ihr Werk pars pro toto für eine Situation, welche die künstlerische Selbstentfaltung von Frauen als eine Selbstverständlichkeit ansieht, in der gerechte Strukturen für die Entwicklung von Menschen jedweden Geschlechts zu den gesetzlich verankerten Zielen staatlichen Handelns gehören, auch wenn die Praxis noch manches zu wünschen übrig lässt.

Die vielfältigen, qualitativ bemerkenswerten, oft genug auch staunenswerten Zeugnisse ästhetischer Kreativität in dieser Ausstellung sollen nicht deshalb herausgestellt werden, weil die Veranstalter glauben, dass ihre Besonderheit in ihrer weiblichen Konnotation liege. Nein, sie sind besonders, weil sie formale und inhaltliche Konsequenz auszeichnet, weil sie Innovatives, Einmaliges, Überraschendes, Irritierendes, Erzählerisches, Nachdenkliches, Spielerisches, Ironisches, handwerklich Brillantes oder ausgesprochen Praktisches bieten in ihren Perspektiven auf unsere Welt, weil sie als gestaltete Form und geformte Idee beziehungsweise Vorstellung überzeugen, in ihrer Ambivalenz ebenso wie in ihrer Stringenz – und dabei vielleicht nur selten etwas aufweisen, das man als genuin weiblich (gedacht, gefühlt, geformt) bezeichnen könnte. Sie sind also im besten Sinne gute Form und gute Kunst, ohne besondere Geschlechterzuordnung, wenn auch mitunter Genderthemen aufgreifend.

Wir halten das heute für selbstverständlich, und das ist ein gutes Zeichen. Denn vor rund einhundert Jahren war es das nicht. So fungiert die Auswahl der Ausstellung gleichsam als Spiegel, eine Art Rückspiegel, der uns zeigt, wie verschieden die Situation heute von derjenigen ist, die nun einhundert Jahre (und irgendwie sogar Welten) zurückliegt. Wie viel gewonnen wurde seitdem. Auch wenn noch lange nicht alles zufriedenstellend wäre für begabte Frauen im aktuellen Kunstbetrieb.

Eine Ausstellung in Kooperation mit dem Erfurter Kunstverein e. V. und mit  freundlicher Unterstützung von: Thüringer Staatskanzlei, Kulturstiftung des Freistaates Thüringen, Sparkassenstiftung Erfurt.

Der umfangreiche Katalog ist Im Revolver Verlag, Berlin erschienen:

https://revolver-publishing.com/bauhausfrauen-lehrerinnen-und-absolventinnen-der-bauhaus-universitat-weimar.html

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